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23.01.2020 - 03:43

 
 

Historisches Notgeld im Archiv des Bürgervereins Rahlstedt

(RB) Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete für Rahlstedt, Karl-Heinz Warnholz, stiftete diese historisch wertvollen Notgeldsscheine aus seinem Privatbesitz dem Bürgervereins Rahlstedt e.V. Dessen Vorsitzender Horst Schwarz nahm diese Geschenke sehr gern für das Archiv des Vereins entgegen. So sind bereits viele historisch bedeutsame Gegenstände von vielen Bürgern Rahlstedts zusammen getragen worden. „Der Bürgerverein Rahlststedt e.V. freut sich über jeden geschichtlich wertvollen Gegenstand, der als Indiz für die Entwicklung des Stadtteils Rahlstedt angesehen werden kann“, so Schwarz (Telefon: 040-673 26 05).

Rahlstedt hat einen direkten und besonderen Bezug zum hier gezeigten Notgeld. Einer in der Vergangenheit bedeutsamsten Militärstandorte in Norddeutschland wurde nach Paul Emil von Lettow-Vorbeck benannt. Dieser im Jahre 1934 gebaute und im Jahr 2005 aufgelöste Kasernenstandort besaß für Rahlstedt / Wandsbek eine große strukturelle und gesellschaftlich relevante Bedeutung. Durch die Auflösung des Standorts entstanden nicht nur geschwächte Umsätze bei Gewerbetreibenden, sondern auch die in dem Bezirk Wandsbek so wichtigen gesellschaftlichen Infrastrukturen fielen plötzlich weg. Gemeint sind die oft „auf dem kurzen Dienstweg“ initiierten Hilfeleistungen seitens des Militärs, z.B. bei bestimmten für gemeinnützige Zwecke notwendigen baulichen Maßnahmen. Hier halfen die Soldaten ehrenamtlich mit Menschen und oftmals großem Gerät.

Der aus einem pommerschen Adelsgeschlecht stammende Paul Emil von Lettow-Vorbeck als Namensgeber dieser Kaserne und Abbild auf dem Notgeldschein, ist nicht unumstritten. Der deutsche Offizier war zuletzt General der Infanterie sowie Kommandeur der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika im Ersten Weltkrieg. Die Truppen Lettow-Vorbecks in Afrika bestanden vorwiegend aus der aus Tansania stammenden einheimischen Bevölkerung der Askari. Die Nationalsozialisten haben hierzu 1939 im Zuge der Errichtung der Kaserne in Jenfeld ein Deutsch-Ostafrika-Kriegsdenkmal zur Erinnerung an die deutschen Kolonialtruppen errichtet. Nach der Aufgabe der Kaserne wurde 2003 von dem privat initiierten „Kulturkreis Jenfeld“ eine Denkmalanlage in Hamburg geschaffen. Die inoffizielle Bezeichnung lautete „Tansania-Park“, der aber behördlicherseits so nicht akzeptiert wurde, weil die „Aktivitäten“ der Deutschen in der Kolonialzeit in unserer heutigen Gesellschaft kontrovers diskutiert werden. 2014 beschloss der Hamburger Senat ein Programm zur „Aufbereitung des kolonialen Erbes“ auf den Weg zu bringen. Die Aufarbeitung der deutsch-afrikanischen Vergangenheit soll sich als Ergebnis in der Schaffung dieses Parkgeländes in Jenfeld, auch mit den Askarin-Reliefs, widerspiegeln.

Das hier gezeigte Notgeld mit entsprechender Bebilderung stammt aus dieser Kolonialzeit. Notgeld ersetzt fehlende gesetzliche Zahlungsmittel und wurde in der Regel von Staaten, Gemeinden oder privaten Unternehmen herausgegeben. Dieses Notgeld der Deutschen Kolonien mit einem damaligen Wert von 75 Pfennig „Zum Gedenken unserer Kolonien“ wurde 1921 anlässlich der Kolonialgedenktage in Berlin, Hamburg und Bremen herausgegeben.

Übergabe des Notgeldes (Horst Schwarz, Karl-Heinz Warnholz, Steffen Becker. V.l.n.r., Foto: CDU).
 

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