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23.07.2019 - 10:54

 
 

Wende beim Freibad Wiesenredder?

Wende beim Freibad Wiesenredder?

(dh) Auf der Sitzung des Planungsausschusses der Bezirksversammlung Wandsbek am 11.Juni 2019 wurde die Auswertung der öffentlichen Plandiskussion vom 03. Juni 2019 auf Antrag der GRÜNEN und SPD überraschend vertagt. Zum Hintergrund: Am Montag, den 3. Juni wurde in der Dankeskirche zu einer „Öffentliche  Plandiskussion“ geladen, mit der das Bebauungsplanverfahren für den Bau von 150 Wohnungen gestartet wurde. Insgesamt drei Plangebiete wurden von den Landschaftsplanern in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche vorgestellt. Das vorrangige Interesse der zirka 300 Besucher galt aber dem Bebauungsplan Rahlstedt 135, der das Gebiet um das Freibad am Wiesenredder umfasst. Laut Bäderland wird das Freibad mit seiner 30.000 Quadratmeter großen Grünfläche im Herbst 2020 geschlossen.  Als „Ausgleich“ wird eine neue Außenfläche am modern sanierten Hallenbad eingerichtet, die aber, so zeigten es mit viel Applaus bedachte Zwischenrufe während der Vorstellung des Planes, viel zu klein wären. 
Es folgte eine spontane Abstimmung, der zufolge wollten gut 90 Prozent von ihnen die Bebauung verhindern wollen. Auch die CDU will das Freibad erhalten. Dazu Jörn Weiske von Wandsbeker CDU: „Der Protest der Bürger zur Schließung des Freibades hat auch den Grund, dass es sich auch um Fördergebiete im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) handelt. Für das ehemalige RISE-Gebiet Großlohe und das aktuelle RISE-Gebiet Rahlstedt-Ost hat der Senat in den Problem- und Potenzialanalysen fehlende und dringend benötigte Sport- und Freizeitflächen festgestellt. Es ist daher für den Bürger nicht nachvollziehbar, dass in der Mitte dieser beiden RISE-Gebiete, auf dieser Sport- und Freizeitfläche, Wohnungen entstehen sollen. Der Senat sollte seine Weisungen an das Bezirksamt dringend überdenken.“
Der Sprecher der Bürgerinitiative, Wolfgang Trede verwies auf seinen jüngsten Erfolg mit der Initiative „SOS Grüne Fuge“ und drohte eine Klage gegen den Bebauungsplan an. Die Pläne der Initiative sehen vor, die Zahl der Wohneinheiten von 150 auf 80 zu senken und das Freibad zu erhalten. Trede warf der Politik und dem Bezirksamt vor, hinter dem Rücken der Bürger mit Investoren verhandelt zu haben und forderte „maximale Transparenz“.
Das Protokoll der Sitzung wurde in den Wandsbeker Planungsausschuss weitergeleitet. Und hier kam es nun am 11. Juni zu der Entscheidung, die Auswertung des Protokolls und damit den Beschluss für oder wider den Erhalt des alten Freibads zu stoppen. Für Wolfgang Thede ein erster, großer Erfolg seiner Initiative: „Der Koalition aus SPD/ GRÜNEN wurde auf der öffentlichen Plandiskussion am 3. Juni deutlich gemacht, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Grosslohe und Rahlstedt-Ost mit überwältigender Mehrheit für die Beibehaltung des Freibades Wiesenredder eintreten. Wohl aus diesem Grund folgten die Regierungsparteien einem Vorschlag der Bürgerinitiative. Wolfgang Trede zeigt sich nun optimistisch, was den weiteren Verlauf des Bebauungsplans betrifft: „Noch vor wenigen Tagen hatten wir den Eindruck, dass SPD/ GRÜNE das Projekt im Eiltempo durchziehen wollen. Unser Angebot, auf jeden Fall weiter konstruktiv an unserem Alternativplan mit allen Parteien und Bäderland mitzuwirken, sind jedenfalls positiv aufgenommen worden.