Adresse

Postfach 73 07 68
22127 Hamburg
Rahlstedter Bahnhofstr. 19
22143 Hamburg

Kontakt

Tel: 040-677 33 91
Fax: 040-677 20 61
Mail:
Web: www.rundblick-rahlstedt.de

18.04.2021 - 22:15

 
 

Weltherztag: Aufklärung über den Herzinfarkt

(RB 10-20) Die Deutsche Herzstiftung sensibilisiert anlässlich des Weltherztages am So., 29.11. für Vorgeschichte und Warnzeichen des Herzinfarkts.

Der Herzinfarkt kommt plötzlich, aber nicht aus heiterem Himmel. Umso tragischer ist, dass jedes Jahr fast 49.000 Herzinfarkttote in Deutschland zu beklagen sind. Viele der Sterbefälle wären zu verhindern, weil etwa 30 Prozent der Patienten am akuten Herzinfarkt versterben, noch bevor sie die Klinik erreichen. „Diese hohe Infarktsterblichkeit außerhalb der Klinik hat mehrere Gründe: In den ersten Minuten und Stunden nach Verstopfung der Herzkranzarterie ist das Sterberisiko besonders hoch. Fatalerweise zögern Betroffene bei einem Herzinfarkt immer noch zu lange, den Notruf 112 abzusetzen, damit ein Rettungswagen mit Notarzt kommt“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Ein Grund für dieses Zögern dürfte mangelndes Wissen in der Bevölkerung über die Bedrohlichkeit des Herzinfarkts sein. Durch Sensibilisierung der Bevölkerung für die Warnzeichen eines Herzinfarkts und seiner Vorgeschichte, der chronischen Verengung der Herzkranzgefäße über viele Jahre (koronare Herzkrankheit), will die Herzstiftung dazu beitragen, die Infarktsterblichkeit außerhalb der Klinik zu senken.

Bei Herzinfarkt immer sofort die 112 – auch in Zeiten der Corona-Pandemie Zeitverluste beim Herzinfarkt durch zögerliches Verhalten von Betroffenen und Angehörigen sind fatal, weil der Infarkt jederzeit in bösartige Herzrhythmusstörungen übergehen kann. Dieses Kammerflimmern, bei dem das Herz über 300 Mal pro Minute schlägt, führt innerhalb weniger Sekunden zum Herzstillstand. Beim Herzinfarkt gilt die Formel: Zeit ist Herzmuskel. „Je weniger Zeit zwischen Auftreten der ersten Symptome und dem Erreichen der Klinik mit dem Herzkatheterlabor verstreicht, wo das verstopfte Herzkranzgefäß vom Blutgerinnsel befreit wird, desto weniger Schaden erleidet der Herzmuskel“, erklärt Voigtländer. Herzmediziner sprechen von der „Golden Hour“, innerhalb der die Infarktversorgung eine Schädigung des Herzens abwenden kann. Schon nach mehreren Stunden, die nach Auftreten der ersten Symptome verstreichen, steigt die Gefahr von Herzmuskelverlusten und einer Herzschwäche. Fatal sind Zeitverluste von Stunden oder gar Tagen aufgrund vermeidbarer Fehler der Betroffenen im Notfall, z. B. Scheu vor Fehlalarm besonders am Wochenende oder an Feiertagen („Belästigung der Ärzte“) oder die Einnahme von Schmerzmedikamenten. Wichtig: Auch in Zeiten der Corona-Pandemie und im Falle steigender Infektionsraten besteht keinerlei Grund, vor dem Notruf 112 bei Infarktverdacht oder sonstigen notfallartigen Herzereignissen zu zögern.

Die Infarkt-Alarmzeichen sind oft leicht zu erkennen: Schwere Schmerzen, die länger als fünf Minuten andauern. Die Schmerzen sind typisch im Brustkorb, häufig hinter dem Brustbein. Zusätzlich können Schmerzen im Rücken (zwischen den Schulterblättern) oder im Oberbauch (Verwechslung mit „Magenschmerzen“ möglich) ein Alarmzeichen sein. Die Schmerzen können in Arm, Hals oder Oberbauch ausstrahlen, sie sind flächenhaft und werden als brennend und drückend mit Engegefühl in der Brust beschrieben. Je älter die Person mit Herzinfarkt ist, desto weniger ausgeprägt kann der typische Brustschmerz sein. Bei Frauen häufiger als bei Männern können – zusätzlich zu den oben genannten Schmerzen oder auch alleine – weitere Symptome wie Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen, Schwitzen, Benommenheit oder Schwindel sowie unerklärliche Müdigkeit ein Alarmzeichen sein. Da die Symptomatik bei Frauen nicht immer klar ist, werden ihre Symptome oftmals fehlgedeutet. Dies führt dazu, dass Frauen häufig deutlich später in die Klinik eingeliefert werden als Männer. Herzinfarkt-Vorboten: Brustschmerzen und/oder Atemnot Dem Herzinfarkt geht oft jahrzehntelang unbemerkt die KHK voraus. Die KHK ist durch Brustschmerzen und/oder Atemnot charakterisiert, die bei körperlicher Belastung (Treppensteigen, Getränkekisten tragen) oder seelischer Erregung auftreten. Endet die Belastung, verschwindet der Schmerz in wenigen Minuten wieder (stabile Angina pectoris). Die KHK kann jahrelang stabil bleiben, kann aber gefährlich werden, weil sie die Grundlage für den Herzinfarkt darstellt. Besonders alarmierend ist es, wenn Brustschmerz und/oder Atemnot bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe (instabile Angina pectoris) auftreten. „Dann muss sofort der Rettungsdienst mit der 112 angerufen werden, weil sich daraus jederzeit ein Herzinfarkt entwickeln kann. Der Übergang zwischen instabiler Angina pectoris und Herzinfarkt ist fließend“, warnt der Intensivmediziner Voigtländer. Bei der instabilen Form verschließt ein Blutgerinnsel ein Herzkranzgefäß teilweise, beim Herzinfarkt vollständig.

 

 

 

 

Wir arbeiten täglich – aber auch für unser Herz?

Weltherztag am 29.9.

Die Herzstiftung bringt Tipps für mehr Bewegung und andere Aktivitäten für Herz und Gefäße in die Betriebe

(RB)Wenn kein Ausgleich durch ausdauernde Bewegung gelingt, wird dauerhaftes Sitzen zum Risiko für Herz und Gefäße. Rund die Hälfte der erwerbsfähigen Frauen und Männer gibt an, während der Arbeit vorwiegend zu sitzen oder zu stehen und somit viele Stunden am Tag ohne körperliche Aktivität zu verbringen (Untersuchung des Robert Koch-Instituts). Das wird von Herzspezialisten der Deutschen Herzstiftung mit großer Sorge aufgenommen. „Das erhöht die Gefahr für Risikokrankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes, wodurch das Risiko für Herzinfarkt und andere Herzerkrankungen steigt“, warnt der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung anlässlich des Weltherztages. „Wir wollen deshalb Beschäftigten in Deutschland, die stundenlang sitzend ihrer Arbeit nachgehen, helfen, in kleinen Schritten mit wenig Aufwand mehr Bewegung und eine gesunde Lebensweise in den Arbeitsalltag zu bringen.“ Kostenfreie neue Informations-Pakete mit Aktions-Karten und -Plakaten mit Gesundheitstipps die Anreize für Bewegung am Arbeitsplatz schaffen, können auf der Herzstiftungs-Seite www.herzstiftung.de/herzgesund-arbeiten.html von Betrieben, Fachkräften der betrieblichen Gesundheit und Beschäftigten angefordert werden.

 Berufstätige können sich gegenseitig den Aufgaben zu den Präventionsthemen stellen. „Das fördert ihre körperliche Fitness und stärkt den Teamgeist“, betont Voigtländer. Die Aufgaben sind so konzipiert, dass sie in Zusammenarbeit leichter zu bewältigen sind. Schätzungen zufolge sind 80 Prozent der vorzeitigen Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Alter von 30 bis 70 Jahren vermeidbar, wenn die Risikofaktoren wirksam kontrolliert werden und ein gesunder Lebensstil geführt wird. „Dazu zählt insbesondere ausdauerorientierte Bewegung: am besten fünfmal pro Woche je 30 Minuten gemäß der WHO-Empfehlung. Aber mit intensiver körperlicher Aktivität dreimal pro Woche je 30 Minuten ist auch schon viel erreicht“, betont Voigtländer. Generell sollte jeder im Alter ab 35 Jahre regelmäßig zur Vorsorge-Untersuchung, um frühzeitig Herzinfarkt-Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Übergewicht aufzudecken.

Prof. Dr. med. Martin Halle, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention

und Sportmedizin der Technischen Universität München, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung gibt Tipps wie es mit mehr Bewegung im Alltag besser klappt.

Tipp 1: Sie müssen nicht zur Sportskanone werden, Durchhänger sind erlaubt. Schon zehn Minuten am Tag, gezielt eingesetzt, haben enorme Gesundheitseffekte!

Tipp 2: Bewegung im Alltag einbauen. Machen Sie in der Mittagspause einen zehnminütigen zügigen Spaziergang oder gehen Sie abends noch einmal für zehn Minuten um den Häuserblock.

Tipp 3: Die Treppe nehmen, statt den Lift. Das Fahrrad, statt des Autos für kurze Strecken. Zügiger zu Fuß gehen.

Tipp 4: Es ist nie zu spät, mit körperlicher Aktivität zu beginnen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder andere Beschwerden haben.

Tipp 5: Suchen Sie sich eine Bewegungs- oder Sportart aus, die Ihnen Spaß macht, damit Sie auch dran bleiben.

Tipp 6: Das Training an die Fitness anpassen. Langsam steigern, damit Sie die Freude an der Bewegung behalten. Zunächst Regelmäßigkeit anstreben, dann die Trainingsdauer verlängern, danach die Intensität steigern.

Tipp 7: Stehen Sie zwischendurch immer einmal wieder auf, wenn Sie berufsbedingt überwiegend sitzen. Auch tägliche Rituale wie das Zähneputzen können zu kleinen Kraft- und Koordinationsübungen genutzt werden. Machen Sie vor dem Zähneputzen zehn Kniebeugen und nach dem Zähneputzen zehn Liegestütze an der Wand oder am Waschbecken. Der Zeitaufwand dafür beträgt zwei- bis dreimal täglich rund eine Minute.

Der Weltherztag ist eine Initiative der World Heart Federation (WHF). In ihr haben sich die  Herzstiftungen und kardiologischen Fachgesellschaften von mehr als 100 Ländern zusammengeschlossen. Jedes Jahr am 29. September findet der Weltherztag statt und regt zu Aufklärungskampagnen und ähnlichem an. Der diesjährige Aufruf "Machen Sie ihr Herzversprechen!“ („My Heart, Your Heart – Make your Promise!“) soll dazu anregen, der eigenen Herzgesundheit, aber auch der von anderen, mehr Achtsamkeit zu schenken und seinen selbst gesteckten Zielen treu zu bleiben. Z.B. mehr Sport zu treiben, gesunder zu kochen und zu essen, seine Kinder aufzufordern, aktiver zu sein und Raucher im Freundeskreis beim Aufhören zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie unter www.herzstiftung.de.

 

 

 

 

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz