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21.01.2019 - 09:54

 
 
(RB) „Ich unterstütze den Vorschlag, in Bundestag und Bundesrat eine Debatte über eine Widerspruchslösung zur Steigerung der Organspenden anzustoßen“, so Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Dafür hatte ich mich bereits Anfang des Jahres in den Koalitionsverhandlungen eingesetzt. Auch der Deutsche Ärztetag hatte sich bereits für die Widerspruchslösung ausgesprochen.“
In den ersten sechs Moanten des Jahres 2018 gab es laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) bundesweit 484 Organspenderinnen und -spender und es wurden 1.576 gespendete Organe verzeichnet (2017: 1.331). Zwar ist die Zahl der Organspenderinnen und -spender damit um 72 wieder leicht angestiegen, aber bundesweit warten über 10.000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ.
„Nach einem Tiefpunkt der Organspenderzahlen in 2017 ist es gut, dass die Spenderzahlen in diesem Jahr wieder steigen. Ich bin froh, dass sie sich in Hamburg sogar mehr als verdoppelt haben. Aber die Spenden reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken und um viele Leben zu retten“, so Senatorin Prüfer-Storcks. Im ersten Halbjahr 2018 stellten in Hamburg 30 Menschen ihre Organe für eine Transplantation zur Verfügung (2017: 13). Auch die Zahl der gespendeten Organe ist in Hamburg in der ersten Jahreshälfte deutlich von 43 (2017) auf 103 (2018) angewachsen.Mit dem Hamburgischen Ausführungsgesetz zum Transplantationsgesetz des Bundes, das im Juni in Kraft getreten ist, wurde in der Hansestadt bereits eine wichtige Entscheidung getroffen, um die Zahl der Organspenden weiter zu steigern. Denn nur ein kleiner Teil der potenziell möglichen Organspenden wurde in den letzten Jahren in Hamburgs Krankenhäusern tatsächlich realisiert. Das neue Landesgesetz verpflichtet Hamburger Krankenhäuser, besonders qualifizierte Transplantationsbeauftragte zu bestimmen und macht klare Vorgaben zu deren Qualifikation, Kompetenzen und Freistellung von anderen Aufgaben. Das neue Gesetz beinhaltet zusätzlich eine Berichtspflicht der Krankenhäuser über mögliche und realisierte Organentnahmen an die Gesundheitsbehörde. Mit den Maßnahmen soll das Potenzial für Organspenden in Hamburgs Kliniken genauer ermittelt und deutlich besser ausgeschöpft werden. „Die möglichen Organspenden müssen dann in den Kliniken auch realisiert werden“, so Senatorin Prüfer-Storcks.
Der Bund zieht nun nach: Das Bundesgesundheitsministerium hat vor wenigen Tagen den Entwurf für ein Gesetz vorgelegt, der die Hamburger Regelungen bundesweit verbindlich macht. Auch die Hamburger Forderung nach einer besseren Honorierung der Entnahmekrankenhäuser wird hier aufgegriffen.