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21.01.2019 - 09:49

 
 

Freier Verkauf von HIV-Selbsttests in Apotheken und Drogerien gestartet

Wichtiger Beitrag zur Früherkennung von Aids-Erkrankungen
(RB) Vor dem Hintergrund, dass nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts in Hamburg derzeit rund 7.300 Menschen mit HIV und AIDS leben und ca. 12 Prozent von ihnen nichts von ihrer HIV-Infektion wissen, außerdem beinahe ein Drittel derer, die erstmals
von ihrer HIV-Infektion erfahren bereits unter einem fortgeschrittenen Immundefekt leiden, beginnt nun der Verkauf der ersten HIV-Selbsttests in Hamburg.
In Hamburg leben aktuellen Schätzungen zufolge rund 870 Menschen, die sich unwissentlich mit HIV infiziert haben. In Deutschland sind es etwa 13.000 Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen. Viele Diagnosen erfolgen u. a. auch deshalb sehr spät, weil Betroffene Angst oder falsche Scham vor einem HIV-Test in einer Arztpraxis haben. Dieser Schritt wird nun leichter: Nachdem der Bundesrat einer Änderung der Medizinprodukteabgabeverordnung zugestimmt hatte, sind seit Anfang Oktober entsprechende Tests ohne ärztliche Verordnung in Apotheken, Drogerien, Beratungsstellen oder online für etwa 20,-€ erhältich.
Die Selbsttests sind einfach durchzuführen. Wenige Tropfen Blut aus der Fingerkuppe, die auf den Test übertragen werden müssen, reichen aus. Das Ergebnis wird innerhalb einer Viertelstunde angezeigt.
„Für viele Menschen, die sich bislang vor einem HIV-Test beim Arzt gescheut haben, senkt die neue Möglichkeit des Selbsttests eine wichtige Hemmschwelle. Der freie Verkauf erleichtert nicht nur eine frühzeitige Diagnose von HIV, sondern trägt auch dazu bei, dass möglichst schnell mit einer Therapie begonnen werden kann“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.
Wichtig ist, insbesondere beim Online-Kauf, dass Nutzer/innen sich vergewissern, dass der Test ein CE-Prüfzeichen trägt, für die Anwendung durch Laien in Europa zugelassen ist und laut Beschreibung über eine hohe Sensitivität (Empfindlichkeit) und Spezifizität (Genauigkeit) verfügt.
Nach der sogenannten diagnostischen Lücke kann eine tatsächliche HIV-Infektion bei einem Selbsttest allerdings erst drei Monate nach einer möglichen Infektion definitiv ausgeschlossen werden. Bei einem reaktiven Ergebnis ist in jedem Fall ein Bestätigungstest, z. B. in einer Arztpraxis oder im Gesundheitsamt, erforderlich.
Senatorin Prüfer-Storcks: „Auch wenn heutzutage dank moderner medizinischer Versorgung ein Weiterleben mit einer HIV-Diagnose gut möglich ist, sollten das Risiko und die Folgen einer Ansteckung keinesfalls unterschätzt werden. Ein Selbsttest ersetzt keinen verantwortungsvollen sexuellen Umgang, aber auch keine gute fachliche Beratung. Hamburg verfügt über ein hochwertiges niedrigschwelliges Beratungsangebot und die richtigen Ansprechpartner.“