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23.06.2021 - 07:31

 
 

17.08.2020 - Skandalöse Zustände bei der Abfertigung der Testungen am Terminal Tango durch das Rote Kreuz, Flughafen Hamburg

LESERBRIEF 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Tschentscher,

sehr gehrte Frau Arbeits- und Sozialsenatorin Leonhard,

sehr geehrter Herr Innensenator Grote,

sehr geehrter Herr Vorsitzender der Geschäftsleitung Eggenschwiler, 

sehr geehrter Herr Chefredakteur des Hamburger Abendblatts Haider,

sehr geehrter Herr Geschäftsführer des Roten Kreuzes Hamburgs Kamp,

sehr geehrter Herr CDU-Fraktionsvorsitzender der größten Oppositionspartei in der Hamburgischen Bürgerschaft Thering,

Sie alle haben in Ihren Funktionen bekundet, wie wichtig es Ihnen ist in der aktuellen Corona-Situation zu helfen diese zu bewältigen.

Die Politik hat entschieden „schärfere“, strengere Maßnahmen beim Einreisen aus sog. Risikogebieten zu veranlassen. So auch am Hamburger Flughafen. Z.B. aus Spanien.

So geschehen mit der letzten Samstag, den 15.08.2020 vorgeschriebenen Pflicht sich einem Corona-Test zu unterziehen und bis zur Ergebnisübermittlung in häusliche Quarantäne zu verweilen.

Aus Gründen der nachbarschaftlichen Hilfe bot ich einer älteren Dame an sie vom Flughafen HH abzuholen. Sie ereilte zwischenzeitlich die veränderte Einreisebestimmung in ihrem Urlaub. Aus Spanien kommend ( 17.08.2020 - Flug FR4025 - aus Alicante, Ankunft 17:35h - gelandet), benötigte sie mehr als eine 3/4 Stunde, um aus dem Ankunftsbereich mit ihrem Gepäck (Terminal 2) herauszutreten.

Anstatt am Flugbeginn dieses neue Einreiseformular durch die Flugbesatzung ausgehändigt zu bekommen, um es während des Fluges ausfüllen zu können, erhielten die Fluggäste dieses am Ende des Fluges. Keiner der Gäste durfte den Flughafen verlassen, ohne Abgabe dieses Formulars. Manche der Passagiere hatten offensichtlich große Schwierigkeiten dieses Formular auszufüllen. So weit, so gut…...

Der eigentliche Skandal beginnt allerdings mit der verpflichtenden Umsetzung sich am Terminal Tango testen zu lassen. Ganz davon abgesehen, das es keinen Aufsteller / Hinweisschild im gesamten Flughafengebäude gibt, auf dem es Informationen in verschiedenen Sprachen gibt, die es auch einem Ortsunkundigen ermöglicht den Weg zum Terminal Tango zu finden, müssen viele Passagiere sich den Weg erfragen. 

Vermutlich werden Sie es nicht für möglich halten, was ich durch meine Begleitung der älteren Dame mit eigenen Augen erleben konnte: Es bildete sich vom Ende des Gebäudes Terminal 1 bis zum Terminal Tango eine Menschenschlange mit extrem unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Ältere Personen, die ziemlich wacklig auf den Beinen waren, Familien mit Kindern ( etliche mit Kinderwagen ), deren Kinder kaum zu bändigen waren, weil die Abfertigung der Menschen extrem lange dauerte, mitten durch diese Menschenschlange fuhren LKW, die vom Gelände des Flughafens kamen und sich den Weg durch diese wartenden Personen bahnen mussten. Die wartenden Menschen verhielten sich überwiegend nicht an Abstandsregeln, z.T. nicht an die Maskenpflicht, sie sprachen ohne Maske ohne Abstand miteinander.

Es gab keine Informationen seitens des Roten Kreuzes, wie lange die Zeitspanne des Wartens sein könnte. Viele Passagiere sprachen kein Deutsch und erkundigten sich nach dem Prozedere der Testung. Personen, die aus der Testung kamen, riefen den Wartenden zu, sie müssen wohl mit mehr als 3 Stunden Wartezeit rechnen.

Es stellte sich heraus, dass das Rote Kreuz für die Testung lediglich 1-2 Personen abgestellt hat, um an hunderten von wartenden Passagieren die Testungen vorzunehmen. Wovon die eine oder andere Person derjenigen, die den Abstrich vornahmen auch noch offensichtlich Pause machten. Weitere abgefertigte Passagiere, die aus dem Terminal Tango kamen berichteten, dass es lediglich 1 Person gab, die die Testung vornahm. Und das bei hunderten von wartenden Personen. Ich selber wartete auf meine Nachbarin außerhalb des Gebäudes über 3,5 Stunden, bis sie ziemlich erschöpft endlich aus dem Abfertigungsbereich des Terminals Tango heraus kam.

Das Rote Kreuz ist offensichtlich mit der Organisation der Testungen vollkommen überfordert. Im Eingangsbereich des Terminals Tango befanden sich bis zu 3 Personen aus dem Bereich Sicherheit, die die Pässe der Passagiere noch einmal kontrollierten. Seit wann dürfen hier Privatdienstleister hoheitliche Aufgaben der Identitätsprüfung übernehmen? 3 Personen also am Eingangsbereich und 1 bzw. 2 Personen zeitweilig lediglich für die Testung!

Erschöpft und frustriert über die lange Wartezeit (mindestens 3 Stunden) und dem miesen Service durch den Flughafen Hamburg formulierte sich ein Bild in den Köpfen der Passagiere, das alles andere als das Bild, was der Flughafen Hamburg versucht zu erhalten…..: Freundlichkeit, Weltoffenheit und serviceorientiert. Beim verlassen des Geländes  (21:45h) mit meiner Nachbarin hin zu den Parkhäusern, sah ich, das sich die Anzahl der wartenden Personen noch vergrößert hatte. Wie ich hörte, wollte das Rote Kreuz die Testungen um 23:00h einstellen, um erst am heutigen Tag diese weiter fortzusetzen. Mit Sicherheit wurden nicht in der verbleibenden Zeit sämtliche Personen auf Corona getestet, die sich diesem Pflichttest unterwerfen wollten. Was ist mit diesen Personen geschehen? Ein weiterer negativer Effekt durch die lange Wartezeit durch die schlechte Organisation des Roten Kreuzes für den Personenkreis, die ihr Fahrzeug in den Parkhäusern untergestellt haben, um Angehörige etc. vom Flug abzuholen war, das hohe Parkgebühren anfielen. In meinem Fall waren es über 20,00 Euro, die durch die lange Wartezeit zusätzlich entstanden sind. 

Fazit: Es gab keine

- Hinweisschilder zum Terminal Tango

- keine sachdienlichen Informationen des Roten Kreuzes bzgl. Wartezeiten

- keine Sitzplätze für bedürftige Personen

- nicht genügend Personal beim Roten Kreuz, um diese große Anzahl von einreisenden Personen zu testen

- kein Personal, das die wartenden Personen auf Abstandsregeln hinwiesen

- keine Abstandszeichen auf dem Gehweg hin zum Terminal Tango. Selbst in jedem Lebensmittelladen finden Sie auf dem Fußboden an der Kasse entsprechende Abstandslinien.

- keine Polizei, die dafür sorgte, dass es zu keiner ungebührlichen Gruppenstärke an Personen kommt. Und das alles bei Personen / Passagieren, die aus Risikogebieten kamen und zukünftig kommen.

- kein Versorgungsservice, z.B. mit Getränken für die über Stunden wartenden Personen, die sich noch nicht einmal im Flughafen selber erneut versorgen konnten, weil zu dieser Uhrzeit Geschäfte bereits geschlossen hatten und sie ihren Platz in der Warteschlage nicht verlieren wollten.

Mir erscheint diese organisatorische Leistung seitens Hamburgs auf das äußerste mangelhaft und dilettantisch und eines Flughafens, wie es Hamburg sein will, nicht würdig. Mehrere Pflichtverletzungen der Vorgaben seitens der Behörden werden hier durch mangelhafte Organisation geradezu unterlaufen und provoziert und das, wie gesagt, bei einem Personenkreis, der aus Risikogebieten kommt.

Da Sie, verehrter Herr Bürgermeister, die volle Verantwortung für die Umsetzung der durch die Politik veranlassten Corona-Maßnahmen tragen, bitte ich Sie schnellstmöglich dafür zu sorgen, das dieser unhaltbare und unerträgliche Zustand für einreisende Personen beendet wird. Es kann nicht sein, das wir Bürger Hamburgs uns an die vorgegebenen Regeln unter Androhung von Sanktionen zu halten haben und Sie, als oberste Hüter dieser Vorgaben Ihre Fachbehörden nicht davon überzeugen können, an gerade dieser äußerst sensiblen Schnittstelle (Einreise aus Risikogebieten) nicht total zu versagen. Welch ein Leichtsinn! Ist dieses wieder ein gutes Beispiel für Kompetenzwirrwarr?

Was passiert mit dem Personenkreis, die sich untersuchen lassen wollten, gestern Abend abgewiesen wurden und deren Verfolgung so nicht mehr möglich ist, wenn diese sich nicht von sich aus wieder erneut melden?

Gern höre bzw. lese ich von Ihnen, wie Sie zukünftig mit diesem Thema weiterhin verfahren wollen, um möglichst Schaden von der Bevölkerung fern zu halten.

Mit freundlichen Grüssen

D. Grützmacher 

 

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