Adresse

Postfach 73 07 68
22127 Hamburg
Rahlstedter Bahnhofstr. 19
22143 Hamburg

Kontakt

Tel: 040-677 33 91
Fax: 040-677 20 61
Mail: info@rundblick-rahlstedt.de
Web: www.rundblick-rahlstedt.de

14.12.2017 - 21:50

 
 

Thema S-Bahnlinie S4

Mehr...

Thema "Viktoriapark / Rahlstedt 131 / Große Heide"

Hamburg und Schleswig-Holstein unterzeichnen Letter of Intent

Gemeinsames Gewerbegebiet entsteht in Wandsbek und Stormarn

Der Verlauf der Bundesautobahn A1 östlich von Hamburg gehört zu den dynamischsten Wirtschaftsräumen rund um Hamburg. Um hier dauerhaft angebotsfähig zu bleiben, haben sich die Gemeinde Stapelfeld und der Hamburger Bezirk Wandsbek darauf verständigt, zwischen Rahlstedt und der Anschlussstelle Stapelfeld neue Gewerbegebiete zu erschließen. Es entstehen 26,5 Hektar Gewerbefläche im Bezirk Wandsbek und ca. 13 Hektar auf dem Gebiet der Gemeinde Stapelfeld. Dies wurde heute durch die Unterzeichnung eines Letter of Intent bekräftigt.
Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Das neue Gewerbegebiet ist ein Vorzeigeprojekt für die Metropolregion, das gemeinsam mit dem Kreis Stormarn, den Gemeinden, der Staatskanzlei in Kiel und der Freien und Hansestadt Hamburg vorbereitet wurde. Die Entscheidung für einen gemeinsamen Gewerbepark zeigt, wie gut Hamburg mit den Gemeinden im Umland zusammen arbeitet. Enge Kontakte und eine eingespielte Kooperation sind die Grundlage für eine so innovative Planung, wie sie hier angegangen wird. Hier in Wandsbek und Stapelfeld wollen wir den Charakter der Landschaft erhalten. Hier soll ein hochwertiges  Gewerbegebiet mit sehr viel Grün entstehen und auch die Landschaft im Umfeld für die Menschen vor Ort zusätzlich aufgewertet werden. Das ist ein positives Beispiel dafür, wie Gewerbeentwicklung im 21. Jahrhundert aussieht.“
Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus: „Die gemeinsame Ausweisung von Gewerbegebieten ist ein guter und zukunftsweisender Weg, um im attraktiven Hamburger Rand wachsenden und innovativen Unternehmen Platz für Ansiedlung und Erweiterung zu schaffen. Und dies, ohne eifersüchtig auf Ländergrenzen zu schauen. Schleswig-Holstein und Hamburg ziehen hier an einem Strang und ich bin sicher, dass dieses Beispiel Schule machen wird.“
Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Dieses Gewerbegebiet wird das erste in Hamburg sein, dass die Landesgrenzen überschreitet und das erfüllt mich mit Stolz. Hier wird nicht einfach nur ein neuer, wichtiger Raum für kleine und mittelständische Produktions- und Handwerksbetriebe geschaffen, es ist vielmehr eine Erfolgsgeschichte interkommunaler Zusammenarbeit bei der Bereitstellung von Gewerbeflächen.“
Dr. Henning Görtz, Landrat des Kreises Stormarn: „Der Zusammenarbeit gebührt großes Lob und die neuen Gewerbegebiete Minerva Park und Victoria Park werden schon sehr bald als attraktive Standorte in Autobahnnähe von sich reden machen.“
Thomas Ritzenhoff, Bezirksamtsleiter Wandsbek: „Es ist ein Beispiel für eine gelebte Zusammenarbeit in der Metropolregion zwischen dem Kreis Stormarn und der Gemeinde Stapelfeld und dem Bezirksamt Wandsbek zur Umsetzung einer gemeinsam entwickelten Idee. Dies zeigt, dass es über Ländergrenzen hinweg gelingen kann, etwas Wegweisendes umzusetzen.“
Jürgen Westphal, Bürgermeister Stapelfeld: „Die Gemeinde Stapelfeld erhofft sich von der gemeinsamen Gewerbeflächenentwicklung die Steigerung der Attraktivität des Ortes Stapelfeld als Wohn- und Arbeitsstandort. Darüber hinaus erwarten wir eine Lösung der verkehrlichen Probleme in Stapelfeld und positive Auswirkungen auf die Gestaltung des Landschaftsraumes ‚Die Große Heide‘ zwischen Rahlstedt und Stapelfeld.“
Der am 13. November 2017 in der Kratzmannschen Kate in Stapelfeld unterzeichnete Letter of Intent unterstreicht das gemeinsame Interesse von Kommunen, Kreis und Ländern, hier zusammenzuarbeiten und die Gewerbeentwicklung vor Ort einvernehmlich und zügig voranzubringen. Die initial von der Metropolregion unterstützte Entwicklung ist ein bedeutendes Beispiel für die grenzübergreifenden Zusammenarbeit gerade auch bei der gewerblichen Entwicklung in der Metropolregion.
Die Entscheidung wurde getroffen, weil der Nordosten Hamburgs und das angrenzende Gebiet des Kreises Stormarn einen attraktiven und dynamischen Wirtschaftsraum bilden, in dem seit Jahren Gewerbeflächen nachgefragt werden. Die Region hat eine gute Autobahnanbindung und profitiert sehr von der guten Anbindung nach Skandinavien.
Mittel- und langfristig stehen nur noch geringe Gewerbeflächenpotentiale im Bezirk Wandsbek zur Verfügung, und Stormarn zieht Gewerbe an. Daher liegt es im gemeinsamen Interesse von Hamburg und Schleswig-Holstein, hier eine geordnete Entwicklung zu ermöglichen. Ein gemeinsames länderübergreifendes Gutachten hat ergeben, dass an dieser Stelle ein grenzüberschreitendes Gewerbegebiet in dieser Größe sinnvoll ist, um die Nachfrage zu befriedigen und Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen, die natürlich gerade auch für die Menschen aus der Umgebung attraktiv sind. Parallel wurde die Qualifizierung des Landschaftsraums als Ausgleich beschlossen.
Um das Straßennetz der Ortslagen von Rahlstedt und Stapelfeld zu entlasten, ist beabsichtigt, östlich des Gewerbegebiets Merkurpark eine neue Verbindung zwischen Stapelfelder Straße und Sieker Landstraße zu bauen und so den überörtlichen Verkehr auf die Sieker Landstraße mit Weiterführung z.B. über Höltigbaum oder die A1 zu lenken.

Abschlussveranstaltung Entwicklungskonzept „Große Heide“

Am Dienstag, den 11. Juli 2017, findet um 18.30 Uhr in der Grundschule Neurahlstedt, Rahlstedter Straße 190, 22143 Hamburg, die Abschlussveranstaltung des Beteiligungsprozesses und Vorstellung der Arbeitsergebnisse zum Entwicklungskonzept Rahlstedter und Stapelfelder Feldmark – „Große Heide“ auf Einladung des Bezirksamts Wandsbek und die Gemeinde Stapelfeld statt.

Nach der Auftaktveranstaltung am 20. Januar 2017 haben sich zahlreiche Bürger in den Beteiligungsprozess zur „Großen Heide“ eingebracht. Gelegenheit dazu gab es in zwei Workshops, bei einem gemeinsamen Spaziergang und über die für die Beteiligung eingerichtete Internetplattform (www.hamburg.de/wandsbek/grosse-heide/). Alle Dokumentationen der bisherigen Arbeitsschritte sind auf dieser Plattform zu finden.

Der Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops setzte sich aus den vorhandenen örtlichen Interessens- und Nutzergruppen zusammen. Die Beteiligten haben vielfältige Anliegen aus den Bereichen Natur- und Tierschutz, Naherholung und Freizeitnutzungen (z.B. Reitsport) sowie Landwirtschaft in den Planungsprozess eingebracht. Die gemischte Zusammensetzung trug zu einem guten Verständnis der unterschiedlichen Anliegen bei. So konnten zwar nicht alle Konfliktpunkte ausgeräumt, aber viele gemeinsame Vorschläge für die Entwicklung des Landschaftsraums erarbeitet werden.

In der Abschlussveranstaltung werden die jetzt vorliegenden und ausgewerteten Ergebnisse durch das Büro Landschaftsplanung Jacob und das Büro TOLLERORT entwickeln & beteiligen, das den Beteiligungsprozess moderiert hat, vorgestellt.

Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Bereits ab 17.30 Uhr besteht die Möglichkeit, sich in einer kleinen Ausstellung einen Eindruck von den Arbeitsergebnissen zu verschaffen.

Ergebnisse der verkehrsplanerischen Untersuchung

Auf der öffentlichen Sitzung des bezirklichen Planungsausschusses am 18. April wurde die verkehrsplanerische Untersuchung im Rahmen des Bebauungsplanverfahren Rahlstedt 131 (länderübergreifende Gewerbegebietsentwicklung Viktoriapark und Minervapark) vorgestellt. In Bezug auf Hamburg kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, dass es aufgrund der geplanten Gewerbegebiete lediglich zu begrenzten Verkehrszunahmen im Bereich Rahlstedt und im Ortsteil Großlohe kommen wird. Diese seien im bestehenden Straßennetz mit einzelnen, punktuellen Maßnahmen zu bewältigen. Die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung sollen voraussichtlich im Mai 2017 auch noch im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vor Ort vorgetragen werden.

Termine zum Entwicklungskonzept Rahlstedter und Stapelfelder Feldmark

Der Bezirk Wandsbek und die Gemeinde Stapelfeld planen im Zuge der interkommunalen Entwicklung von Gewerbeflächen südlich und nördlich der Stapelfelder Straße den Landschaftsraum für Erholung und Naturschutz aufzuwerten. Zum Beteiligungsverfahren für die „Große Heide“ werden Projekte zur Beteiligung angeboten:

Bis zum Freitag, 10. März 2017, besteht noch die Möglichkeit, auf der zum Entwicklungskonzept „Große Heide“ eingerichteten Internetplattform Hinweise, Vorschläge, Zuspruch, Kritik oder auch Fragen einzubringen. Zudem finden sich dort während des gesamten Beteiligungsverfahrens Informationen über die erfolgten und noch anstehenden Veranstaltungen sowie Beteiligungsschritte. www.hamburg.de/wandsbek/grosse-heide/

Workshops zur Aufwertung des Landschaftsraums

Am  Freitag, 12. Mai 2017 wird ein Workshop mit einem gemischten Teilnehmerkreis veranstaltet. Bei den Workshops sollen konkrete Ziele und Maßnahmen für den Landschaftsraum erarbeitet werden, so z.B. für das Wegenetz und die ökologische Aufwertung von Flächen. Die Ergebnisse werden als Empfehlungen in die weitere Planung einfließen. Vorgesehen ist es, dass die Teilnehmer aus den vorhandenen unterschiedlichen Nutzergruppen ihre Interessen und Belange einbringen wie z.B. Natur- und Tierschutz, Naherholung und Freizeitnutzungen (z.B. Reitsport) oder die Belange der Landwirtschaft.

Bis zu 40 Personen können bei dem Workshop mitmachen. Einige Plätze hierfür sind noch frei. Eine Anmeldung nimmt das Büro TOLLERORT unter mail@tollerort-hamburg.de entgegen.

„Große Heide“: Umstrittene Bürgerbeteiligung

(dh) Am Freitag, den 20. Januar 2017, fand in der Grundschule Rahlstedter Straße die „Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung zur Aufwertung der Feldmark zwischen Rahlstedt und Stapelfeld im Zusammenhang mit den geplanten Gewerbegebieten“ statt. Dass diese eher sperrige Bezeichnung dennoch auf großes und nicht unkritisches Interesse seitens der Anwohner treffen würde, deutete sich bereits an der Eingangspforte zur Schule an, wo Vertreter der Bürgerinitiative „Kein Rahlstedt 131“ Posten bezogen hatten, und mittels Plakaten und Flyern auf das ihrer Meinung nach umweltzerstörende Großprojekt hinwiesen. Zum Hintergrund: Der Bezirk Wandsbek und die Gemeinde Stapelfeld planen, im Zuge der interkommunalen Entwicklung von Gewerbeflächen nördlich und südlich der Stapelfelder Straße den, so wörtlich, „umgebenden Landschaftsraum für Erholung und Naturschutz aufzuwerten, zu stärken und damit langfristig zu sichern“. Hierfür wurde von den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern und Planungsbüros das Leitbild des „Landschaftsaufbaus Große Heide" entwickelt. Dieses sollte nun durch Beteiligung der Bürger mit Leben gefüllt werden. Als die mit ca. 150 Interessierten sehr gut besuchte Veranstaltung, an der neben zahlreicher Rahlstedter Politikprominenz auch Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzernhoff und Stapelfelds Bürgermeister Jürgen Westphal teilnahmen, begann, herrschte eine von zahlreichen Zwischenrufen begleitete unruhige, eher skeptische Stimmung. Das Konzept der Bürgerbeteiligung wurde gleich mehrfach kritisiert. Einige Stimmen gaben offen zu verstehen, dass sie diese Veranstaltung für ein abgekartetes Spiel hielten, um die angeblich längst beschlossene Ausweitung der Gewerbegebiete zu vertuschen („Marionettentheater“), anderen Bürgern war unklar, wie sie Ideen zur landschaftlichen Aufwertung abgeben sollen, wo doch der größte Teil des Planungsgebiets durch im Privatbesitz befindliche, landwirtschaftlich genutzte Flächen verliefe. Dazu bemerkte der Vertreter des Bezirksamts, dass die Investoren, unter anderem die Jebens-Gruppe, speziell Flächen erworben haben, auf denen Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden können. Grundtenor der meisten Wortbeiträge und Zwischenrufe war, das Gebiet der so genannten „Grossen Heide“ in dem Zustand zu belassen, wie es heute ist, da es eine reiche Flora und Fauna aufweist und für die Bürger, nicht zuletzt auch die Bewohnern aus Großlohe, als Naherholungsgebiet dient. Etwa ab der Hälfte der Veranstaltung setzte sich dennoch ein konstruktiver Grundton durch, wobei die Vorschläge seitens der Bürger unter anderem auf eine Verbesserung der Wegequalität zielten. Der Auftaktveranstaltung sollen nun Ende März und Mitte Mai ein Analyse- sowie ein Konzeptworkshop folgen. Die Workshops werden mit einem begrenzten Kreis von Teilnehmern aus Interessen- und Nutzergruppen vor Ort veranstaltet. Interessierte können sich bis zum 1. März 2017 bei www.hamburg.de/wandsbek/grosse-heide/ anmelden. Die Ergebnisse der Workshops werden hier als Downloads veröffentlicht. Für den Juli 2017 ist eine öffentliche Abschlussveranstaltung vorgesehen, bei welcher die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses vorgestellt werden. Das genaue Datum wird ebenfalls auf dieser Plattform angekündigt.

Viktoriapark: Bürgerbegehren erneut abgelehnt

Gegen die Ablehnung des Bürgerbegehrens „Kein Rahlstedt 131“ durch das Bezirksamt Wandsbek hatte die Bürgerinitiative Ende November fristgerecht Widerspruch eingelegt. Auch der Widerspruch wurde abgelehnt. In der schriftlichen Begründung argumentiert die Finanzbehörde, dass es sich bei dem geplanten Gewerbepark um ein interkommunales Bauprojekt handle und bei länderübergreifenden Angelegenheiten ausschließlich der Senat  entscheidungsberechtigt sei.

Nach Auffassung der Bürgerinitiative ist das geplante Gewerbegebiet Viktoriapark nur der Anfang einer riesigen Umweltzerstörung in der Rahlstedter und Stapelfelder Feldmark bis nach Barsbüttel. Das nächste Bauprojekt mit dem irreführenden Namen „Große Heide“ wird bereits geplant.

Am 20. Januar, Beginn 17.15 Uhr, ist eine Veranstaltung in der Grundschule Neurahlstedt, Rahlstedter Straße 190, vorgesehen. Das Bezirksamt Wandsbek und die Gemeinde Stapelfeld wollen Ergebnisse einer landschaftsplanerischen Bestandsanalyse und erste Ideen vorstellen. Weitere Veranstaltungen und Workshops im kleinen Kreis sollen folgen.

Martina Schwarte, Vertrauensperson der Bürgerinitiative: „Die Bürger werden informiert und zur Einbringung von Ideen aufgefordert, damit es später heißen kann, die Bürger haben zugestimmt. Ich glaube, die Menschen sind klug genug, sich nicht für dumm verkaufen zu lassen. Natur können wir weder verschönern noch aufwerten. Wir können sie nur schützen.“

Die Bürgerinitiative „Kein Rahlstedt 131“ wird ihren Widerstand gegen den Gewerbepark fortsetzen. Für den 16. Januar 2017 ist das nächste Treffen in Großlohe geplant.

Informationen gibt es unter: www.rahlstedt131.de oder antivictoriapark.wordpress.com

Widerspruch der Bürgerinitiative

(RB) Nachdem das Bezirksamt Wandsbek das Bürgerbegehren gegen das Bebauungsplanverfahren Rahlstedt 131 für unzulässig erklärt hat (der RUNDBLICK berichtete), hat die Bürgerinitiative am 24. November kurz vor Fristablauf einen Widerspruch eingereicht.

In Rahlstedt, besonders in Großlohe, gibt es weiterhin großen Widerstand gegen das geplante Gewerbegebiet. Auch Naturschutzverbände sprechen sich vehement gegen die Pläne aus. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens wollen mindestens 6.700 erforderliche Unterschriften gegen das Gewerbegebiet Viktoriapark sammeln.

Das Bezirksamt hatte als Begründung für die Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens einen Beschluss des Senats angeführt, in dem der Bezirk angewiesen wurde, das Bebauungsplanverfahren Rahlstedt 131 zügig durchzuführen. Nach Auffassung der Bürgerinitiative bindet die Senatsanweisung zwar das Bezirksamt, nicht aber die Bezirksversammlung. Nach § 32 (1) BezVG können die wahlberechtigten Einwohner eines Bezirkes in allen Angelegenheiten, in denen die Bezirksversammlung Beschlüsse fassen darf – und Bebauungspläne gehören dazu - ein Bürgerbegehren bzw. einen Bürgerentscheid beantragen, heißt es in dem Widerspruch.

Dazu Martina Schwarte, Vertrauensperson des Bürgerbegehrens: „Bebauungspläne werden im Bezirk von den parlamentarischen Gremien entschieden. Wir haben kein Verständnis dafür, dass durch eine Anweisung aus dem Hamburger Rathaus die Bürgerbeteiligung vor Ort ausgehebelt wird. Alle Parteien führen das Wort Bürgerbeteiligung ständig im Munde. SPD und Grüne setzen sich in Wandsbek eindeutig darüber hinweg.“

Das Bürgerbegehren soll folgende Fragestellung enthalten: „Sind Sie für den Erhalt der Grünflächen und der gewachsenen Kulturlandschaft zwischen Rahlstedt und Stapelfeld und gegen das Bebauungsplanverfahren Rahlstedt 131 mit dem geplanten Gewerbegebiet?“ Mehr Informationen über die Arbeit der Bürgerinitiative unter: www.rahlstedt131.de.

Bezirksamt Wandsbek erklärt Bürgerbegehren für unzulässig

Am 21.10.2016 hatte die lokale Bürgerinitiative das Bürgerbegehren „Kein Rahlstedt 131“ – nach dem Namen des Bebauungsplanverfahrens - beim Bezirksamt Wandsbek eingereicht.

Jetzt erhielt die Initiative die schriftliche Nachricht, dass das Bürgerbegehren unzulässig sei. Der Senat habe das Verfahren an sich gezogen und dem Bezirk eine Weisung erteilt, das Bebauungsplanverfahren mit dem Ziel einer gewerblichen Ausweisung zügig durchzuführen. Damit wird auch der Bezirksversammlung Wandsbek das Entscheidungsrecht entzogen.

Dazu Jörn Napp von der Bürgerinitiative: „Mit dieser Entscheidung hebelt der rot-grüne Senat die Mitspracherechte des Bezirks und der Bürger massiv aus. Es kann nicht sein, dass der Senat der Bezirksversammlung Wandsbek, immerhin der Vertretung von über 400.000 Einwohnern, die Entscheidung entzieht. Wir werden den Bescheid prüfen und evtl. Widerspruch einlegen. Bürgerrechte und Bürgerbeteiligung müssen auch von diesem Senat ernst genommen werden.“

 Gegen das geplante Gewerbegebiet gibt es seit dem Frühjahr in Rahlstedt und insbesondere in Großlohe erheblichen Widerstand. Im Sommer konnten Mitglieder der Bürgerinitiative innerhalb von 3 Monaten knapp 1.900 Unterschriften gegen das Gewerbegebiet sammeln.
Die Bürgerinitiative befürchtet weitere Aufkäufe für Gewerbeansiedlungen. Wolfgang Trede, Sprecher der Initiative, hatte die Parteien in der Bezirksversammlung Wandsbek am 15.09. in ihrer Sitzung gefragt, ob die Abgeordneten von geplanten, bereits umgesetzten oder aktuellen Aufkäufen von weiteren ca. 1.000 ha (10 Mio. qm) bis nach Barsbüttel wüssten. Die Antwort war: Nein.

Die Bürgerinitiative will weiter gegen das Gewerbegebiet und gegen die Zerstörung der Kulturlandschaft im Hamburger Osten kämpfen. Naturschutzverbände und politische Parteien haben ihre Unterstützung zugesagt.

Bürgerbegehren gegen Gewerbepark

Nach mehreren Anläufen wurde am 21.10.2016 ein Bürgerbegehren mit dem Titel „Kein Rahlstedt 131“ beim Bezirksamt Wandsbek eingereicht. Dazu Mit-Initiator Jörn Napp: „Nach ersten Überlegungen, das Bürgerbegehren Mitte August zu starten, hatten die Befürworter des Gewerbeparks versucht, die junge Bürgerinitiative von ihrem Vorhaben abzuhalten. In Gesprächen mit Einzelpersonen wurde versucht, das Projekt „schön zu reden“. Auch vom Bezirksamt wurde sehr frühzeitig das Signal ausgeschickt, dass der Senat in diesem Fall wohl Einfluss nehmen und damit das Bürgerbegehren als nicht zulässig erklärt werden würde.“

Die Fragestellung für das Bürgerbegehren lautet: „Sind Sie für den Erhalt der Grünflächen und der gewachsenen Kulturlandschaft zwischen Rahlstedt und Stapelfeld und gegen das Bebauungsplan-Verfahren Rahlstedt 131 mit dem geplanten Gewerbegebiet?“

Erklärt das Bezirksamt das Begehren für zulässig, haben die Antragsteller sechs Monate Zeit, um ca. 6.636 gültige Unterschriften beizubringen. Danach kann die Bezirksversammlung dem Bürgerbegehren zustimmen oder es wird ein Bürgerentscheid unter allen wahlberechtigten Einwohnern des Bezirks durchgeführt.

Nach Ansicht der Initiative ist der Bebauungsplan Rahlstedt 131 mit dem Gewerbegebieten Victoria- und Minervapark abzulehnen. Der Flächenverbrauch mit ca. 265.000 qm sei massiv, die Beeinträchtigung der Pflanzen- und Tierwelt gravierend, die Verkehrsbelastung erheblich.

Jörn Napp: „Käme dieses Gewerbegebiet, könnten die hartnäckigen Gerüchte einer späteren „Verlängerung“ bis Barsbüttel mit bis zu ca. 1.000 ha schnell zur Realität werden.“

Leserbrief (gekürzt) zum Artikel „Neue Gewerbeflächen in Rahlstedt“, RUNDBLICK Ausgabe vom 24./25. Juni 2016

Ich erhebe Einspruch gegen ein neues Gewerbegebiet im Bereich Rahlstedt-Großlohe (Bebauungsplan Rahlstedt 131). Gründe:
1. Es besteht kein wirklicher Bedarf dafür, da es noch immer Leerstand in den schon bestehenden Gewerbegebieten (Neuer Höltigbaum, Merkurpark u.a.) gibt.
2. Uns wird vorgegaukelt, dass die vorgesehenen Flächen 'landschaftlich aufgewertet würden'. Natur kann man ganz sicher nicht AUFWERTEN, höchstens die SCHÄDEN so gering wie möglich halten! Weiterhin wird das in der Nähe befindliche Naturschutzgebiet 'Stapelfelder Moor' beeinträchtigt und sehr seltene Tiere, die hier heimisch sind, in ihrer Existenz gefährdet. Hier gibt es nicht nur Rehe und viele seltene Vögel, sondern Rothirsche und sogar Dachse!
3. Hier wird den Forderungen schon vorhandener Investoren und eventuell auch schon Mietern (es soll sogar schon fertige Bebauungspläne geben!?) Vorschub geleistet, obwohl die Planung noch keinesfalls rechtlich gesichert ist. Für mich tut sich die Frage auf, welche Versprechungen von Seiten der Investoren schon gegeben wurden, wenn dieses Gewerbegebiet durchgesetzt wird, koste es, was es wolle?
4. Da sich ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen abzeichnet, wird über kurz oder lang der Ring 3 doch noch gebaut werden. Die Flächen dafür sind zwar jetzt als 'Ausgleichsflächen' vorgesehen, aber dieser Begriff bedeutet in unserer Stadt absolut nichts, wie wir gerade sehen dürfen, denn der Victoria Park soll ja auch auf so einer Fläche errichtet werden.
5. Da die Energieversorgung der neuen Betriebe ebenfalls durch die Müllverbrennungsanlage Stapelfeld gewährleistet werden soll, wird es einen weiteren und stark erhöhten Mülltourismus geben. Dieser ist jetzt schon vorhanden, da die Stadt Hamburg und Stormarn nicht genug Müll zum Verbrennen produzieren, wird schon jetzt Müll z.B. aus England herangeschafft. Es kann nicht angehen, dass auch hiermit die Anwohner dieser Region noch zusätzlich belastet werden.
6. Die angeblich entstehenden Arbeitsplätze werden die unumgänglichen drastischen Umweltschäden nicht aufwiegen können, zumal diese zum größten Teil gar nicht auf Hamburg entfallen werden, sondern, wie heute schon bei den anderen Gewerbegebieten, auf das gesamte Umfeld bis weit nach Schleswig-Holstein oder gar Mecklenburg-Vorpommern hin.
Die Beamten und die Politiker sind verpflichtet, zum Wohle der Bevölkerung zu handeln. Bei der Anhörung wurde deutlich, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen diesen Bebauungsplan ausspricht - Das sollte berücksichtigt werden!

Inzwischen scheint die tatsächliche Lage noch erheblich dramatischer zu sein, als bisher angenommen, denn es hat den Anschein, als wäre diese Gewerbegebiet nur der erste kleine Schritt zu einem riesigen Gebiet, das sich von uns bis über Möbel Höffner an der A1 bis zum Autobahndreieck A1 / A 24 erstrecken würde!
Einige große Immobilienhändler sind offensichtlich schon dabei, in großem Stil Ländereien auf diesem Areal aufzukaufen, um später einen großen Profit daraus zu ziehen! (J. Napp)